Café Littéraire in Olten
Was bietet das Café Littéraire?
Alle vier Wochen, jeweils an einem Dienstagabend von 18.30 bis ca. 20.00 Uhr, finden in der Stadtbibliothek spannende Gespräche über Bücher statt. Diese Titel werden einen Monat im Voraus im Café selbst oder im Internet bekannt gegeben.
Eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer des Café Littéraire stellt zu Beginn kurz das zu behandelnde Werk vor. Über das Buch selbst, es können auch mehrere sein, das vorher gelesen sein sollte, diskutiert man anschliessend offen und frisch von der Leber weg. Interessierte Personen können auch teilnehmen und mitdiskutieren, ohne selbst Bücher zu präsentieren.
Von Zeit zu Zeit wird eine Autorin oder ein Autor eingeladen. Im Herbst werden jeweils Jahresnovitäten präsentiert.
Kurz, das Café Litttéraire gestaltet sich ähnlich wie der Literaturclub am Fernsehen. (Aber weniger geschwätzig). Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei.
Christoph Rast
Vorschau - Termine
Das nächste Café Littéraire findet am Dienstag, 28. September 2010, um 18.30 Uhr in der SUTERIA Olten statt. An diesem Abend stellt der bekannte Literaturkritiker Hardy Ruoss wieder Novitäten des Jahres 2010 vor.

Die Liste der besprochenen Bücher wird vor dem Anlass hier publiziert.
Alle interessierten Personen sind wieder herzlich willkommen!
Rückblick auf das Café Littéraire vom 24. August
Zum Thema stand am Dienstagabend das Buch «Blutrunen» von Verena Wyss. Eine junge Frau aus der Werbebranche, die aussteigt und in einem Schloss in der Westschweiz eine Bibliothek katalogisieren soll und dabei auf dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit stösst. Dies die Ausgangslage des Buches Blutrunen von Verena Wyss, über das am Dienstagabend anlässlich des Café Littéraire in der Stadtbibliothek angeregt und kontrovers diskutiert wurde.

Seit 2006 treffen sich allmonatlich an Literatur Interessierte in der Stadtbibliothek Olten, um über Bücher zu diskutieren. Von Zeit zu Zeit gibt sich auch ein Autor oder eine Autorin die Ehre, um sich der Kritik der Anwesenden zu stellen. Am Dienstag war es Verena Wyss, deren Krimi «Blutrunen» vor kurzem im Gmeiner-Verlag erschienen ist. Einer kurzen Lesung schloss sie die Entstehungsgeschichte des Buchs an. Der vorgelesene Prolog, der in einer Anthologie von Kurzkrimis erschienen ist, diente als Vorlage für einen Kriminalroman, indem die Protagonistin Pamela in eine blutrünstige Geschichte verwickelt wird, in der nebst der Odessa-Linie und Kelten auch aufgehängte Pferdeschädel eine wichtige Rolle spielen.
Im Café Littéraire darf offen diskutiert werden, niemand soll ein Blatt vor den Mund nehmen müssen. Verena Wyss hatte denn auch darum gebeten, dass die Anwesenden offen und ehrlich sein sollen. Auch wenn sich an diesem Abend nicht so viele Teilnehmer trafen, vielleicht aus Scheu die eigene Meinung offen darzulegen, entstand doch eine spannende Diskussion, in der Fragen gestellt wurden und nicht immer Antworten gefunden wurden.
Mit ihrem zweiten Krimi beweist Verena Wyss ihre profunden Kenntnisse in der Schweizer Geschichte, der Medizin, okkulten Gebräuchen und Kultur. Dies wurde ihr von allen Teilnehmern attestiert. Auch dass sie mit viel Liebe zum Detail die Landschaft oder das Schloss beschreibt, um das sich die Handlung spinnt. Ein anderes Thema ist aber die Sprache, die sie verwendet: hüpfende Rehe oder nach oben «guckende» Hufeisen befremdeten doch nicht wenige der eingefleischten Teilnehmer des monatlichen Literaturabends. Auch die mehrheitlich verwendete indirekte Rede ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Diese aber werde von ihr, der Autorin, bewusst eingesetzt, um Distanz aufzubauen, also eine Art Vogelschau für den Leser oder die Leserin zu schaffen. Dies ist aber ziemlich untypisch für einen Krimi, und auch das war Diskussionspunkt: Warum wird dieses doch recht anspruchsvolle Buch als Kriminalroman verkauft? Wird da der «Kioskschnellkäufer» nicht betrogen, weil er sich schnelle und einfache Lektüre erhofft hat? Eine Frage, die nicht beantwortet werden konnte. Einig waren sich die meisten: Das Lektorat für diese spannende Geschichte hätte besser sein können. Was das hineingepackte Hintergrundwissen betrifft, wäre weniger mehr gewesen, und auf einige unsägliche, von einigen gar als «schludrig» empfundenen Sprachbilder (was da nicht alles psychedelisch glänzt und glitzert) hätte man verzichten können.
Nichtsdestotrotz: Blutrunen ist ein Buch, dessen spannender Plot und unerwartete Wendungen das Lesen lohnen. Insbesondere das unerwartete Ende lässt die Leser nachdenklich zurück. Aber auch deshalb ist dieses Werk mehr als nur ein Kriminalroman und sollte nicht unbedingt unter diesem Etikett verkauft werden.
Das seit rund 5 Jahren bestehende Café Littéraire ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Am 28. September wird der bekannte Literaturkritiker Hardy Ruoss die Herbstneuerscheinungen vorstellen. Ein Besuch, der sich garantiert lohnt.
Trudi Stadelmann
Ausblick
Termine der Cafés 2010, immer Dienstags:
28. September: Büchervorstellung von und mit Hardy Ruoss!
26. Oktober
23. November
14. Dezember
Änderungen und Ergänzungen bleiben vorbehalten.
Redaktion Christoph Rast
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